2020 mit NextAfrica

Auch 2019 haben sich die Menschen in afrikanischen Ländern weiter digital vernetzt. Und 2019 sind auch die geopolitischen Großmächte in Afrika weiter eingestiegen, um ihren Einfluss zu verstärken.

Afrikanische digitale Transformation

Dass die digitale Vernetzung gestiegen ist, sieht man zum Beispiel am Anstieg der TechHubs. Das sind Einrichtungen wie Co-Working Spaces, Inkubatoren oder Acceleratoren, wo sich junge Menschen treffen, um „digitale“ Startups zu betreiben. Am afrikanischen Kontinent gab es im März 2019 618 aktive Tech Hubs, 2018 waren es noch 442 (GSMA). Lagos, Johannesburg, Kapstadt, Kairo und Nairobi sind dabei die Hotspots.

Die afrikanische Digitalisierung läuft parallel zu unserer, aber zumindest aus zwei Gründen doch etwas anders. Erstens werden digitale Innovationen am afrikanischen Kontinent nicht von alten Technologien und massiven Besitzständen gebremst. Deswegen zum Beispiel auch die Attraktivität von Ruanda als „Proof-of-concept Land“ für Investoren.

Zweitens bedeutet digitale Transformation auch das Entstehen einer unternehmerischen Gesellschaft. Und genau hier haben die meisten afrikanischen Länder einen weitverbreiteten unternehmerischen Mindset zu bieten, den es bei uns längst nicht (mehr) gibt. Ein riesiger Raum für Innovationen und modernes Unternehmertum hat sich aufgetan.

Geopolitischer Wettbewerb um Einfluss

Nach China, der EU, den USA, Japan hatte im vergangenen Oktober auch Russland sein erstes Gipfeltreffen mit afrikanischen Staatschefs abgehalten. Im Jahr davor hatte bei einem solchen Treffen China den afrikanischen Staatschefs 60 Milliarden USD versprochen. Daraufhin zog auch die USA mit der gleichen Summe nach.

Und Europa? Deutschland versucht neue Wege zu gehen. Zwar nicht mit 60 Milliarden USD, aber immerhin mit zusätzlich einer Milliarde Euro, um die Aktivitäten deutscher und europäischer Unternehmen in Afrika zu unterstützen. 400 Millionen Euro zur Finanzierung und Risikoteilung von Investitionen (AfricaConnect), 400 Millionen Euro für Startups und KMUs (AfricaGrow) und zukünftig 200 Millionen Euro für ein Business Netzwerk.

Damit werden Pionierleistungen europäischer Unternehmen am afrikanischen Kontinent gefördert. Denn Unternehmen, die einen Mehrwert für Kunden schaffen – uns zwar so, dass diese ihn auch bezahlen können – sind der alles entscheidende Engpass einer nachhaltigen wirtschaftlichen Entwicklung.

Hinzu kommt in der derzeitigen Situation, in der noch immer viele afrikanischen Länder autokratisch und schlecht regiert werden, die politische Bedeutung von Unternehmen. Efosa Ojomo, afrikanischer Managementdenker und mehrmaliger Vortragender beim Global Peter Drucker Forum in Wien, meint überhaupt, dass es Unternehmen sind, die die Entwicklung in Afrika vorantreiben.

Afrikapolitik statt Entwicklungszusammenarbeit

Insofern halte ich auch das Erreichen von Entwicklungshilfeleistungen in Höhe von 0,7% der Wirtschaftsleistung nicht für relevant. Vielmehr geht es um eine kohärente Afrikapolitik, die außenwirtschaftliche, innovationsfördernde, entwicklungspolitische, humanitäre und migrationspolitische Programme unter einen Hut bringt. Um so einen europäischen Beitrag zu leisten, die vernetzte globale Gesellschaft humanistischer zu gestalten.

In diesem Sinne werde ich mich mit meinen Partnerinnen und Partnern im Jahr 2020 auf das Vernetzen, Zusammenführen und Zusammenwirken von modernen, agilen Unternehmen aus Europa und Afrika konzentrieren. Gemeinsam haben wir dazu einen neuen Auftritt gewählt:

Demnächst mehr dazu.

Ich wünsche ein gutes, erfolgreiches und glückliches Jahr 2020!

 

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