Warum wir ein Management 3.0 brauchen

Der Beruf des Managers oder der Managerin ist nicht gerade in. Bankmanager, obszön hohe Bonuszahlungen, bei gleichzeitigen Massenentlassungen, Einstreifen der Gewinne, Sozialisierung der Verluste.

Und so weiter.

Dabei muss gerade beim Manager ansetzen, wer die Welt verändern will. Denn es sind die vielen Organisationen, die unser Leben bestimmen. Und es sind die ManagerInnen die diese gestalten.

Und da stehen wir an einer

Zeitenwende

Gary Hamel spricht von einem Management 2.0 das wir heute brauchen. Jurgen Appelo von einem Management 3.0. Beide meinen das gleiche.

Das, was wir heute Management nennen, entstand in den USA zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Während der zweiten industriellen Revolution musste manuelle Arbeit im großen Stil für die gerade aufgekommene Massenproduktionen von Automobilen organisiert werden.

Management 1.0 = Hierarchien

Die Grundidee dabei: Eine Organisation ist hierarchisch aufgebaut und wird von oben gemanagt. Die MitarbeiterInnen haben sich an die Organisation anzupassen.

Viele der heute angewandten Praktiken und Methoden stammen aus dieser Zeit. Zum Beispiel Stellenbeschreibungen, individuelle Leistungsentlohnung oder die gesamte klassische Kostenrechnung.

Dabei geht es in den meisten Organisationen schon lange nicht mehr nur um das Optimieren der manuellen Arbeit.

Management 2.0 = Modelle

Wann immer dann Management 1.0 nicht funktionierte, wurden neue Modelle entwickelt. Balanced Scorecard, Six Sigma, Theory of Constraints, Total Quality Management. Und so weiter.

Aber sehr lange ging es fast ausschließlich um Kostenreduktion und Effizienz beim Einsatz von Ressourcen.

Und nicht um das Nutzen von Potenzialen.

Zum Beispiel das der Menschen.

Und die Methoden und Praktiken richteten sich nach wie vor an die Spitze der Organisationen und nahmen an, dass Organisationen von oben gemanagt werden können. Jurgen Appelo bezeichnet diese Methoden als „Add-ons“ zum alten Management der industriellen Revolution. Sie blieben immer der Grundidee hierarchischer Strukturen verhaftet.

Management 3.0 = Komplexität

Erst in den 1980ern und 1990ern brachten die System- und Komplexitätswissenschaften einen Durchbruch:

Organisationen werden am besten als soziale Netzwerke und selbst-organisierte Systeme verstanden. Und nicht Maschinen gleichgesetzt. Damit kann ihr Verhalten viel leichter erklärt werden.

Das war der Paradigmenwechsel.

Er führte zu einem grundlegend neuem Verständnis:

  1. Der Zweck jeder Organisation muss in ihrer jeweiligen Umwelt begründet sein. Auch gewinnorientierte Unternehmen sind langfristig nur dann lebensfähig, wenn sie Werte für ihre Umwelt schaffen. Der Zweck eines Unternehmens kann nicht in der Maximierung seines Gewinns oder der Erhöung seines eigenen Wertes gesehen werden.
  2. Management hat vor allem mit Menschen und deren Beziehungen miteinander zu tun. Um den Einfallsreichtum und die Kreativität von Menschen aufzunehmen, müssen sich Organisationen an die Menschen anpassen. Und nicht umgekehrt.

Damit hatte der Beruf des Managements plötzlich eine neue wissenschaftliche Fundierung bekommen. Nicht mehr die Betriebswirtschaftslehre mit Buchhaltung, Kostenrechnung und Bilanzierung sind die Basis. Die wissenschaftliche Fundierung für den Beruf  des Managements kommt heute aus den System- und Komplexitätswissenschaften.

Und damit hat der Beruf des Managements das Potenzial die Welt zu verändern.

Denn in der Welt der global vernetzten Wissens- und Kommunikationsgesellschaft sind es die Organisationen die die Welt gestalten. Und Manager und Managerinnen, die diese formen und steuern.

 

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