Wollen Sie 2014 die Welt verändern?

Wollen Sie 2014 die Welt verändern?
Warum funktionierende Geschäftsmodelle wichtiger als Charity sind

Ein Blog zum Gedankenaustausch. Im vorigen Jahr habe ich damit begonnen. Mein Thema: Management in der globalen Gesellschaft.

Management ist eine gestaltende Kraft die Organisationen und Institutionen schafft und formt und damit  – die Welt verändert.

Afrika 3.0

Mein spezifischer Zugang zu Management kommt auch aus meiner Arbeit in unterschiedlichen afrikanischen Ländern. „Afrika“ ist schon lange nicht mehr das, was wir uns hier in Europa vorstellen. Die dritte globale Machtverschiebung der Neuzeit hat eine „Weltgesellschaft“ entstehen lassen und viele der afrikanischen Länder sind längst Teil davon.

Mit „Afrika 3.0“ bezeichne ich die Länder, die jetzt Teil dieser Weltgesellschaft sind und damit nach der Kolonialisierung und den Wirren der Entkolonialisierung in eine neue, dritte Phase ihrer Entwicklung eingetreten sind.

Diese dritte Phase bedeutet auch, dass diese Länder von den gleichen Veränderungen wie europäische Länder gleichzeitig erfasst werden.

Netzwerke

Ein wichtiges Phänomen sind neue Organisationsformen.

Ein augenscheinliches Beispiel ist Wikipedia. Es gelingt, die „Intelligenz der Vielen“ auf Basis klarer und einfacher Regeln zu nutzen. In einem fast hierarchiefreien Raum übernehmen die „Mitarbeiter“ Aufgaben und Verantwortung. Ein eingebauter permanenter Aktualisierungs- und Korrekturmechanismus schafft ein Produkt, das die Welt verändert.

Oder das Verfassen von Büchern. Traditionell schreibt der Autor alleine, dann prüft der Lektor, dann gibt es Korrekturschleifen, dann erst übernimmt der Verlag den Vertrieb. Die „Durchlaufzeit“ liegt bei einem Jahr oder auch viel mehr. Mittlerweile werden aber immer mehr Bücher geschrieben, die während des Schreibprozesses kapitelweise ins Netz gestellt werden. Eine „Community“ kritisiert und beteiligt sich an der Gestaltung des Inhalts. Breites Feedback erhöht die Qualität, die Durchlaufzeit verringert sich und gleichzeitig sind die Leser der Community bereits die ersten Vermittler im Verkauf.

Twitter ist dabei die Tageszeitung und die tägliche TV-Nachrichtensendung bald auch bei uns zu ersetzen. Auch ich (@hansstoisser) folge Personen, Nachrichtendiensten und den für mich interessanten Themen. Mit #Mozambique komme ich  topaktuell zu den neuesten Informationen zur derzeitigen politischen Krise. Irgendwie übernehmen wir alle einen Teil des Berufs der Journalisten. Wir verweisen auf für uns wichtige Inhalte und senden unsere Schlagzeilen an unsere „Follower“. Alles in einem interaktiven Netzwerk ohne vorgegebene Hierarchien.

Entflechtung

Ein zweites Phänomen ist die „Entflechtung“ (unbundling) bisheriger Produkte und Dienstleistungen. Das Internet und die Mobiltelefonie haben ganz neue Möglichkeiten eröffnet.

In Kenia wurden die mobilen Bankdienstleistungen erfunden. Es war eine genial einfache Idee: Transferiere das Guthaben auf deinem Wertkartenhandy und bezahle damit für deinen täglichen Einkauf. Die „Mobiltelefon-Bank“ M-Pesa ist mittlerweile länderübergreifend tätig und nützt vor allem Menschen unterer Einkommensschichten.

Ähnlich im Ausbildungsbereich. Längst werden die besten und hochwertigsten Studien global online angeboten. Ganz neue Formen der Wissensvermittlung sind entstanden, eine sinnvolle Verknüpfung von online-Lernen mit Präsenzveranstaltungen lässt den direkten Kontakt zwischen den Menschen nicht zu kurz kommen. Das Phänomen der Massenvorlesungen an österreichischen Unis wird es wohl nicht mehr lange geben.

Die Weltwirtschaft  verändert sich

Interessant jedenfalls ist, dass bei den neuen Netzwerken und den neuen Leistungen zuerst an den Inhalt gedacht wird – Wissensvermittlung, Buchvertrieb, Nachrichtenaustausch. Und erst an zweiter Stelle ans Geldverdienen. Genau anders herum als in der alten „Shareholder Value“ Wirtschaft, wo ja das Geldverdienen stets Ausgangspunkt ist und immer mehr zum Selbstzweck geworden ist. – Ein Schritt in eine vielversprechende Richtung?

Ich meine, ja. Auch wenn viele der neuen Netzwerke noch keine funktionierenden Geschäftsmodelle aufweisen, ihre Kosten nicht auf Dauer decken können und damit nicht nachhaltig gestaltet sind.

Wollen auch Sie 2014 die Welt verändern?

Vielleicht gelingt es Ihnen, eine Organisation mitzugestalten die über unsere Grenzen hinaus bedeutsam werden kann. Ein funktionierendes Geschäftsmodell für ein gutes Produkt kann die Welt positiv und nachhaltiger verändern als jede kurzfristige einseitige Hilfsmaßnahme.

Alles Gute für 2014!


 

Was Sie noch interessieren könnte:

Interview with Johannes Fiedler

Entwicklungshilfe in Afrika – Ende in Sicht

Hidden Champions – Europas versteckter Beitrag zur Entwicklung der Welt

 

 

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.