Kenia ist in keiner Krise …
… im Gegenteil: Die M&A-Aktivitäten nehmen zu, neue Börsengänge starten und strategische Vermögenswerte wechseln die Besitzer. Dennoch ziehen sich viele westliche Konzerne zurück. Nicht weil es in Kenia bergab geht, sondern weil westliche Kapitalgeber risikoscheu, stark reguliert und nach innen gerichtet sind.
Während sich Unternehmen wie Diageo, GSK, Holcim, Procter & Gamble und Tullow Oil zurückziehen, treten regionale und andere nicht-westliche Investoren auf den Plan: ostafrikanische Industriekonzerne, südafrikanische und nigerianische Banken sowie asiatische Kapitalgeber bauen ihre Präsenz stark aus und sichern langfristige Marktanteile.
❗ Das ist keine afrikanische Geschichte. Es ist eine europäische und westliche. ❗
Kapital wird entlang neuer strategischer und geopolitischer Linien umgeschichtet. Wer heute aus Wachstumsmärkten aussteigt, wird morgen feststellen, dass diese bereits besetzt sind – mit anderen Governance-Standards, anderen Netzwerken, anderen Loyalitäten.
Zwei unangenehme Fragen für europäische Entscheidungsträger:
👉 Geben westliche Unternehmen freiwillig Einfluss und Marktzugang in Wachstumsmärkten auf – und bezeichnen das als „Risikominderung“?
👉 Werden europäische Unternehmen und Akteure in der Lage sein, nach einer Konjunkturwende wieder zu ihren eigenen Bedingungen in diese Märkte einzusteigen?
Zur Info
📖 Hier werden 5 Gründe beschrieben, warum Kenia derzeit internationales Kapital für Fusionen und Übernahmen anzieht:
👉 hier (The Africa Report).
❗ Kenia verliert kein Kapital.
❗ Westliche Unternehmen verlieren an Bedeutung.
Dieser kurze Beitrag erschien am 28. Januar auf LinkedIn.
