Obama: Weltgemeinschaft muss Einstellung zu Afrika ändern

Weil sich Afrika verändere, müsse auch die Welt „ihre Einstellung zu Afrika ändern“, sagte Obama heute zum Abschluss seiner Ostafrikareise in einer Rede am Sitz der Afrikanischen Union (AU) in Addis Abeba. Ein halbes Jahrhundert nach der Unabhängigkeit vieler afrikanischer Länder sei es „längst überfällig, alte Vorurteile von einem Afrika, das für immer in Armut und Konflikten feststeckt, beiseitezulegen.“ Die Welt müsse vielmehr die „außerordentliche Entwicklung Afrikas anerkennen“. (www.orf.at, faz.net) Ja, Obama spricht aus, was viele Afrikareisende wissen. Afrika hat sich in der letzten paar Jahrzehnten gewaltig verändert. Wahrscheinlich hat es den größten Veränderungsschub aller Kontinente durchgemacht. Aber in Europa und speziell im deutschsprachigen Raum verstellt uns unser Bild vom Afrika der Katastrophen und Entwicklungshilfe noch immer den Blick auf das, was in Afrika wirklich passiert. Eine kritische Masse afrikanischer Länder – ich zähle zumindest 30 bis 35 der 54 Länder dazu – boomt! Egal ob in Binnen- oder Küstenländern, in rohstoffreichen oder rohstoffarmen Ländern, in Länder mit guten oder schlechten landwirtschaftlichen Bedingungen – überall in Afrika geht die Armut zurück. Afrika hat die Millenium Entwicklungsziele zur Halbierung der Armut bereits im Jahr 2014 erreicht, wenn man nur ein Land, Kongo-Kinshasa, nicht miteinbezieht. Das rasante Wirtschaftswachstum ist bei den Armen angekommen und hat die Ungleichheiten in so gut wie allen Ländern verringert. Das ist nicht nur mein subjektiver Eindruck, den ich in den letzten 30 Jahren von meinen wiederkehrenden Reisen nach Kap Verde, Mosambik, Südafrika, Kenia, Uganda, Tansania, Äthiopien usw. mitbrachte, es wird auch von immer mehr Studien bestätigt. Denn in den letzten beiden Jahrzehnten ist etwas qualitativ Neues passiert: Die afrikanischen Länder sind …  

… Teil der immer vernetzteren Welt …

…geworden. Die vielen neuen Supermärkte und Einkaufszentren Afrikas sind das Zeichen für den Anschluss an die globale Arbeitsteilung, eine neu entstandene „Gesellschaft der Organisationen“ das Zeichen für den Anschluss an die Wissensgesellschaft und die allgegenwärtigen Smartphones das Zeichen für die Teilhabe des urbanen Afrikas an der weltumspannenden Kommunikationsgesellschaft. Wie sich die afrikanischen Ländern in den letzten drei Jahrzehnten veränderten und was das für uns in Europa heißt, lesen Sie in meinem Buch „Der Schwarze Tiger – Was wir von Afrika lernen können„. Es erscheint am 2. November 2015 im Kösel Verlag.      

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